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Telefonüberwachung und Handyüberwachung

Seit dem 18. Dezember 2015 ist das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung in Deutschland in Kraft getreten. Telekommunikationsanbieter sind verpflichtet, die Internet- und die Telefonverkehrsdaten für mindestens sechs Monate zu speichern. Die Standortdaten bei mobilen Geräten (Handy, Smartphones und Tablets) dürfen für mindestens vier Wochen gespeichert werden.

Diese Verkehrsdaten beinhalten derzeit die Standortdaten (bei Mobiltelefonen), die Geräteidentifikationsdaten, Telefonnummern oder IP-Adressen, Beginn und Ende der Verbindung (Uhrzeit und Datum) – diese Daten werden auch als Metadaten bezeichnet. Die Inhalte der Kommunikation werden von den Telekommunikationsanbietern nicht gespeichert.

In Deutschland werden mit richterlichem Beschluss die gespeicherten Metadaten zu einzelnen Personen von den Telekommunikationsanbietern an Strafverfolgungsbehörden und an Nachrichtendienste übermittelt. Auch ist es nur mit richterlichem Beschluss möglich, dass die Telekommunikationsanbieter die Inhalte (zum Beispiel E-Mails, Gespräche) an Strafverfolgungsbehörden und an Nachrichtendienste übermitteln.

Weitere Informationen:
  1. Vorratsdatenspeicherung (externes Angebot)

Überwachung von Mobiltelefonen

Strafverfolgungsbehörden und Nachrichtendienste setzen heute zum Beispiel die „Stille SMS“ und IMSI-Catcher ein.

Bei der „Stillen SMS“ handelt es sich um eine spezielle SMS, die vom Mobiltelefon für den Benutzer unbemerkt empfangen wird. Beim Versand der Stillen SMS fallen beim Telekommunikationsanbieter Verbindungsdaten an, die dann ausgewertet werden können. Zum Beispiel kann man dadurch ermitteln, mit welchen Funkzellen das Mobiltelefon verbunden ist, um damit den Standort des Gerätes zu ermitteln. Auch kann man Bewegungsprofile des Benutzers erstellen.

Mit einem IMSI-Catcher kann man zum Beispiel die weltweit nur einmal vergebene IMSI (International Mobile Subscriber Identity) für ein Mobiltelefon auslesen. Ein IMSI-Catcher kann sich auch als Basisstation (Funkzelle) ausgeben, um den Standort des Benutzers genauer zu ermitteln oder geführte Gespräche direkt abzuhören.

Weitere Informationen:
  1. Digitale Selbstverteidigung mit dem IMSI-Catcher-Catcher (externes Angebot)

Nachdenkliches

Mit dem Hinweis auf „Gefahr im Verzug“ müssen Telekommunikationsanbieter nicht auf richterliche Erlaubnis warten, sie müssen alle Metadaten und Inhalte herausgeben.

Mit dem IMSI-Catcher können zum Beispiel die Teilnehmer, wenn sie über ein Mobiltelefon verfügen, auf einer Demonstration ermittelt, wiedererkannt und verfolgt werden. Daher sollte man kein Handy oder Smartphone auf Demonstrationen mitnehmen. Unregistrierte Mobiltelefone kann man im Ausland mit Guthabenkarte (Prepaidkarten) kaufen und dann im Inland benutzen. Nur wenn man das Mobiltelefon braucht, SIM-Karte und Akku einsetzen.