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Bewegungstracking bzw. Bewegungsprofile

Wer heute ein Smartphone sein Eigen nennt, der weiß in der Regel, dass seine aktuelle Position durch seinen Provider zu jeder Zeit festgestellt und auch im Rahmen der verdachtsunabhängigen Kommunikationsüberwachung gespeichert werden kann.

In einem etwas kleineren Rahmen kann das auch jede Privatperson oder jedes Unternehmen.

Wenn bei einem Smartphone WLAN oder Bluetooth aktiviert ist, sendet das Smartphone im WLAN die MAC-Adresse und bei Bluetooth die Bluetooth-ID (MAC-Adresse) an alle in Reichweite befindlichen Geräte.

Es können sich zum Beispiel in einem Geschäft mehrere Funkbarken (WLAN-Antennen-Systeme) befinden. Kommt man in das Geschäft mit aktiviertem WLAN, so kann jetzt durch die Signallaufzeiten zwischen Smartphone und den einzelnen Funkbarken die Position des Smartphones sehr genau im Geschäft durch Trilateration oder Multilateration festgestellt werden. Geht man nun durch das Geschäft, kann der Geschäftsinhaber den gegangenen Weg zurückverfolgen und auch feststellen, für was sich der Kunde interessiert hat. Geht der Kunde dann an die Kasse und bezahlt mit seiner Bankkarte oder mit seiner Kreditkarte, so können nun der MAC-Adresse des Smartphones weitere Kundendaten zugeordnet werden – der Kunde ist nun überall identifizierbar.

Der Datensatz des Kunden mit der dazugehörigen MAC-Adressen und/oder Bluetooth-ID ist für Unternehmen und für staatliche Stellen sehr interessant.

Auf der Straße

Keiner möchte gern im Stau stehen, vor allem nicht im Winter oder im Hochsommer. Um Autofahrern die Möglichkeit zu geben, einen Stau zu umfahren, gab es in der Vergangenheit zwei Lösungen: Zum einen werden Straßen mit Sensoren überwacht, die die Menge und die Geschwindigkeit der Fahrzeuge ermitteln. Mit diesen Verkehrsdaten wird dann erkannt, ob es einen Stau gibt bzw. ob ein Stau entstehen könnte. Die zweite Möglichkeit ist, dass Leute, die im Stau stehen, einen Radiosender anrufen und unter der Angabe ihres Standortes ihre Einschätzung des Verkehrs weitergeben.

Diese Verkehrsdaten werden dann über Radiosender dem interessierten Zuhörer oder den Navigationsgeräten über TMC (Traffic Message Channel) mitgeteilt – das Navi wählt dann eine alternative Route, um somit den Stau umfahren zu können.

Zum Teil fließen auch anonymisierte Funkzellendaten von Providern mit ein. Diese Verkehrsdaten sind nur in wenigen Regionen oder in größeren Städten genau genug, um sie nutzen zu können.

In modernen Smartphones und Tablets sind heute GPS-Empfänger (NAVSTAR GPS-Empfänger (USA), GLONASS-Empfänger (Russland), Galileo-Empfänger (Europa) oder Beidou-Empfänger (China)) zur Positionsbestimmung eingebaut. Damit ist eine Verkehrsdatenerfassung in Echtzeit möglich. Wer eine Navigations-App benutzt oder sein Navigationsgerät mit dem Smartphone verbindet, erhält in der Regel aktuelle Staumeldungen über das Internet. Diese Staumeldungen werden dann vom Gerät zur Berechnung der optimalen Fahrstrecke benutzt. Dabei sendet das Smartphone, je nach Benutzereinstellung, auch die aktuellen Standortdaten (Position, Geschwindigkeit) des Smartphones zum Beispiel an den App-Hersteller. Diese Informationen werden als Floating-Car-Daten bezeichnet, weil diese Daten nicht von stationären Sensoren generiert werden, sondern von bewegten Fahrzeugen.

Um den Datenschutz zu gewährleisten, werden die Daten anonymisiert. Dabei werden Geräteinformationen wie Gerätetyp und Identifikationsnummer (IMAI) von den eigentlichen Floating-Car-Daten getrennt, bevor diese Daten in einem Verkehrsinformationssystem genutzt werden.

Die App-Hersteller bzw. Verarbeiter der Daten sind für die Anonymisierung der Daten verantwortlich.

Da es in diesem Bereich derzeit nur fünf Anbieter auf dem Markt gibt, könnten sich staatliche Strafverfolgungsbehörden und Nachrichtendienste an diese Anbieter wenden, um eine Person zu überwachen.

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